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26. Juli 2011

Stadtbahnkonzept muss Lücken füllen

Bereits im vergangenen Jahr hatte DIE LINKE. in der Lübecker Bürgerschaft einen Prüfauftrag für eine Stadtbahn in der Hansestadt gestellt.

Nun ist das „Regio-S-Bahn-Konzept“ der „Landesweite Verkehrsservicegesellschaft mbH“ (LVS) vorgestellt worden. Die Linke begrüßt dieses Konzept als ersten Schritt auf dem Weg zu einer Stadtbahn für Lübeck ausdrücklich, weist aber auf bestehende Mängel hin.

"Wir begrüßen die im Konzept erarbeitete, bessere Anbindung der Region, sehen aber erhebliche Defizite bei der Anbindung einzelner Lübecker Stadtteile", sagt Ragnar Lüttke, Fraktionsgeschäftsführer.

"Die Strecke Richtung Reinfeld bzw. Bad Oldesloe wurde unzureichend einbezogen, ein Haltepunkt Kücknitz-Waldhusen ist nicht sinnvoll, zwischen dem Hauptbahnhof und Dänischburg fehlt mindestens eine Haltestelle und die Anbindung der Altstadt fehlt gänzlich", führt Tim Stüttgen, für DIE LINKE Mitglied im Bauausschuss, nur die auffälligsten Schwachstellen auf.

DIE LINKE setzt auf ein System, bei dem die Züge als S-Bahn auf den bisherigen Eisenbahngleisen fahren, aber auch als Straßenbahnen in den Stadtteilen eingesetzt werden können.

Bei der Auswertung des Regio-S-Bahn Konzeptes haben <personname w:st="on">Ragnar Lüttke</personname> und Tim Stüttgen einige markante Punkte herausgegriffen, die einer Nachbesserung bedürfen: 

  1. Die Anbindung der einzelnen Lübecker Stadtteile ist nicht ausreichend. Ziel sollte sein, dass eine Stadtbahn mehr Haltestellen im Stadtgebiet bietet und somit ein Umschwung des Busbetriebs und der im eigenen Auto pendelnden zu Gunsten der Stadtbahn erfolgen wird.<//span><//span><//span><//span><//span>
  2. In dem Konzept wurde nicht beachtet, dass die weit überwiegende Mehrheit der Fahrgäste nicht den Lübecker Hauptbahnhof, sondern die Innenstadt erreichen will. Der Nutzen einer Region-S-Bahn ist hinfällig, wenn die Anzahl Fahrgäste am Hauptbahnhof durch eine verbesserte Verkehranbindung zwar steigt, diese dann jedoch auf völlig überlastete Busse angewiesen sind. Das bewegt nicht zum Umsteigen auf eine neue S-Bahn-Verbindung. Deshalb muss eine Schienenanbindung der Altstadt vom Hauptbahnhof aus mit überlegt werden, der Streckenabschnitt, der das deutlich höchste Fahrgastaufkommen hat. Nur so können wir auch erreichen, dass wir zu den 1.600 Bahnfahrern aus Richtung Travemünde auch noch einen größeren Teil der 2.700 täglichen Busbenutzer hinzugewinnen können.<//span><//span><//span><//span><//span>
  3. Das zukünftige S-Bahn Liniennetz sollte außerdem noch um die Strecke nach Reinfeld und Bad Oldesloe erweitert werden, um endlich nahtlos an das Netz des HVV angeschlossen zu sein. Mit einer S-Bahn Anbindung  nach Reinfeld und Bad Oldesloe könnte auch der Stadtteil Moisling mit einem Haltepunkt anschlossen werden, um diesen bevölkerungsreichen, aber etwas abgelegenen Stadtteil gut an die Stadt anzubinden. Auch für Kücknitz bietet die Strecke Hauptbahnhof - Travemünde große Chancen.<//span><//span><//span><//span><//span>
  4. Ein Streckenneubau soll helfen, Kücknitz besser zu erschließen. Dazu würde die Stadtbahn direkt hinter dem Haltepunkt Dänischburg von ihrer jetzigen Strecke abweichen. Gerade die Strecke Hauptbahnhof - Kücknitz - Travemünde bietet sich für eine Stadtbahn förmlich an. Wichtig ist, die Trasse so zu führen, dass die Wohngebiete optimal angebunden sind. Die im Regio-S-Bahn-Konzept vorgeschlagene Streckenführung geht am Bedarf vorbei. Leider zeigt die jüngste Entwicklung am Flughafen auch, wie voreilig es war, den Haltepunkt Flughafen an seinem heutigen Standort zu positionieren.<//span><//span><//span><//span><//span>
  5. Gleiches gilt für die im Konzept genannte Linie SL3 die auch die Ostseebäder anbinden soll. Sie würde, dem Konzept nach, vor Bad Schwartau gar nicht halten. Ein Haltepunkt an der Josephinenstraße würde nicht nur das Berufsschulzentrum und Teile von Vorwerk erschließen, sondern wäre sogar von St. Gertrud aus gut zu erreichen. Außerdem könnte es vorteilhaft sein, für Bad Schwartau einen Halt vor dem Abzweig der Strecke nach Travemünde einzurichten.<//span><//span><//span><//span><//span>

DIE LINKE erwartet gespannt das Stadtbahnkonzept für die Hansestadt, welches hoffentlich die zahlreichen Lücken, füllen wird. Darin sollte vor allem beschrieben sein, wie eine bessere Erschließung des kompletten Lübecker Stadtgebietes aussehen kann.