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29. August 2011

Vorführverbot von Wildtieren

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Bürgerschaftsfraktion DIE LINKE., Hans-Jürgen Martens hatte Ende vergangener Woche eine Anfrage an den zuständigen Senator Möller gesendet. Wenn möglich, soll er die Vorführung von Wildtieren auf dem Lübecker Stadtgebiet untersagen.

Speziell geht es um den angekündigten Zirkus Krone, welcher ab dem 08. September in Lübeck gastieren möchte. Insbesondere bei diesem Zirkus haben Tierschützer und auch das Sendeformat „Report Mainz“ vom SWR verheerende Missstände aufgedeckt. Die Recherchen decken auf, dass ein Großteil der Tiere im Winterquartier und auf vergangenen Tourneen unterhalb der tierschutzrechtlichen Mindestanforderungen gehalten wurde. Das bedeutet: Tiere haben wenig bis kein Auslauf, sind stundenlang angekettet und müssen in viel zu engen Boxen, an einem Platz verharren.

Vor allem bei den Elefanten und den Pferden wurden Haltungsmängel sowie Verhaltensstörungen festgestellt. Eine Klage wurde auf Grund der Schwierigkeiten eines Nachweises des Vorsatzes von einem Gericht fallen gelassen. Verurteilt wurde nur die Direktorin Frau Sembach-Krone, allerdings bereits im Jahre 2009 wegen Tierquälerei bzgl. der Elefanten und nachweislich mangelhafter Pferdehaltung.

„Ich appelliere an alle Lübeckerinnen und Lübecker, sollte der Zirkus mitsamt seinen Wildtieren in Lübeck gastieren dürfen, die Vorstellungen nicht zu besuchen. Wer z.B. die Elefanten zum völlig abnormalen Kopfstand zwingt, hat damit Tiere als schützenswerte Mitgeschöpfe zu sehen, lange hinter sich gelassen. Wildtiere gehören nicht in die Manege! Ich hoffe unsere Hansestadt kann sich dem Vorführverbot, von Städten wie z.B. Stuttgart, München und Potsdam, anschließen und lässt diese Tierquälerei nicht zu. Eine Zirkusvorstellung ist auch ohne Wildtiere möglich. Auch mit Artistik- und Clownvorführungen ist ein tolles Zirkuserlebnis für jung und alt möglich“, sagt Hans-Jürgen Martens.