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21. Juni 2011 Wilfried Link

Altenbetreuung in der Krise?

Um die finanzielle Notsituation in den städtischen Alten- und Pflegeheimen zu überwinden, darf es keine Tabu`s mehr geben, hören wir gegenwärtig vom sozialpolitischen Sprecher der FDP-Fraktion in der Lübecker Bürgerschaft. Er denkt dabei an Privatisierung städtischer Heime und Lohnkürzungen beim Pflegepersonal. Da beginnt er dann wieder, der teuflische Kreislauf: Weniger Lohn bedeutet nämlich weniger Steuereinnahmen des Staates, weniger Beiträge in die sozialen Sicherungssysteme und in die Rentenkasse. Wenn eine krisengeschüttelte Bank oder ein Unternehmen saniert werden soll, heißt es immer: gut bezahlte Manager müssen her, damit sie gute Arbeit für die Sanierung der Bank oder des Unternehmens leisten. Aber schlecht bezahltes Pflegepersonal, ob Führungskräfte oder einfache Mitarbeiter, sollen gute Pflegedienste an Menschen leisten, die ihre ganze Arbeitskraft in Lübecker Unternehmen investiert haben und nun auf Pflege und Hilfe angewiesen sind. Es ist und bleibt unklar, warum für den Benckenhof ein Mietvertrag auf dreißig Jahre abgeschlossen wurde, ohne eine Rücktrittsklausel oder eine Kündigungsfrist. Die finanzielle Problematik der SeniorInneneinrichtungen geht zu einem großen Teil auf diese fatale Fehlentscheidung zurück. Die Fraktion Die Linke ist bereit, bei der Suche nach Lösungswegen mitzuhelfen, aber der Erhalt eines qualitativ hochwertigen städtischen Angebotes an Alten- und Pflegeheimplätzen steht dabei für uns im Mittelpunkt, genau wie der Erhalt der Arbeitsplätze und deren gerechte Entlohnung. Lohnkürzungen und Privatisierung wird es mit der Linken nicht geben.