Nach der heutigen Veröffentlichung des Statements des Vorsitzenden des Berufsverbandes der Tierlehrer in der Lübecker Tageszeitung, stellt DIE LINKE. klar: Die Behauptung, dass es keinen Beweis dafür gäbe, dass es den Tieren schlecht gehe, ist falsch. Von annähernd artgerechter Haltung von Wildtieren, z.B. Elefanten, kann in einem Zirkus nicht die Rede sein. Es ist ein netter Versuch zu beschönigen, dass Zirkusse eigenständig viele Änderungen zum Wohl der Tiere umgesetzt hätten.
Einem möglicherweise in freier Wildbahn gefangen Elefantenbaby, aufgewachsen hinter Gitterstäben und früh unter Zwangsdressur gestellt, um schnellstmöglich für die Show brauchbar zu sein, kann es nicht gut gehen. Dieses Herdentier, mit ausgeprägter Rangordnung innerhalb der Herde, meilenweiten Wanderungen zur nächsten Futterquelle und langjähriger Beziehung zum Muttertier, kann in Gefangenschaft niemals das Sozialverhalten ausprägen, was es in Freiheit an den Tag legen würde. Ständig angekettet, ungenügender Auslauf, kaltes Klima und Kunststücke aufführen zu müssen, hinterlassen Spuren bei den Elefanten, die für jedermann deutlich sichtbar sind. Abgesehen davon, dass die Tiere apathisch vor sich hin stehen, haben sie sich oft immer wiederholende Bewegungsabläufe angewöhnt, um der Langeweile zu entkommen. Hautveränderungen und Gelenkverschleiß sind ebenfalls für jedermann sichtbar, wie die Traurigkeit, die jeden Zirkusbesucher bei dem Anblick eines solchen gefangenen Riesen entgegen kommt.
Das stereotypische Verhalten lässt sich bei vielen Wildtieren, gefangen in Zirkussen, beobachten. So schlendern die als hochintelligent geltenden Raubkatzen den Käfig auf und ab, um wenigstens eine Beschäftigung zu haben.
Hinzuzufügen bleibt, dass es keinesfalls um ein sofortiges Berufsverbot für Tierlehrer geht - es ist eine Kompromisslösung angedacht, die besagt, dass keine neuen Tiere angeschafft werden dürfen. Die bereits vorhandenen Tiere können im Zirkus verbleiben. Damit hätten die Tierlehrer ausreichen Zeit, sich umzustellen und stehen nicht vor dem plötzlichen Aus, obwohl das für das Wohl der Tiere wünschenswert wäre.