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7. Dezember 2011

99 Luftballons für „Alle bleiben!“

Bundesweit sind anlässlich der Innenministerkonferenz in Wiesbaden, aus Protest und Mahnung gegen die Abschiebung von Sinti und Roma, in vielen deutschen Städten symbolisch 99 Luftballons in den Himmel gestiegen, um so auf die Situation der Sinti und Roma in Deutschland aufmerksam zu machen.

In Lübeck beteiligte sich DIE LINKE. unter dem Motto „alle bleiben!“ an der Aktion der Initiative für ein Bleiberecht von Sinti und Roma in Deutschland. Vielen droht nach wie vor die Abschiebung, da sie bisher, wie viele andere Flüchtlinge auch, nur geduldet sind.

Nach einer kurzen Ansprache von Fraktionsgeschäftsführer der Bürgerschaftsfraktion Ragnar Lüttke, bahnten sich die Ballons vor dem Holstentor den Weg durch den Regen in den drohenden Himmel, der den Appell an die Innenminister unterstrich:  „Stoppt die Abschiebung von Sinti und Roma!“

Die Rede zur Aktion "alle bleiben!" im Ganzen:

Ragnar Lüttke, Fraktionsgeschäftsführer und Mitglied des Vorstand es der Lübecker LINKEN , 07.12.2011 vor dem Holstentor

„alle bleiben“ heißt die Initiative für ein Bleiberecht von Sinti und Roma in der Bundesrepublik Deutschland. Heute wird auf der Innenministerkonferenz in Wiesbaden, über dieses Thema zwischen den anwesenden Ministern gesprochen.

Etwa 10.000 Roma aus Kosovo und Serbien sind momentan akut von Abschiebung bedroht, nachdem sie hier in Deutschland langjährig nur geduldet wurden. Einige Familien mussten über 20 Jahre in diesem unsicheren Status verbringen, der die Integration und Teilhabe an unserer Gesellschaft massiv erschwert. Viele wurden trotz hier geborener (Enkel)Kinder bereits abgeschoben. Im Kosovo erwartet Roma Ausgrenzung, Armut und rassistische Gewalt. Menschenwürdiger Wohnraum und Arbeit ist im ganzen Land knapp und aufgrund rassistischer Vorbehalte für Roma kaum zugänglich. Viele stranden so in einer Existenz als TagelöhnerIn oder MüllsammlerIn und leben in notdürftig gebauten Hütten. Drei von vier nach Kosovo abgeschobenen Kindern gehen nicht weiter zur Schule. In Serbien ist die Situation ähnlich.

Wir möchten von Lübeck aus an die Innenminister appellieren: „Stoppten sie die Abschiebung von Sinti und Roma!“